Stahlblauer Himmel und Gegenwind

23. April 2022

Am letzten Tag unserer Wanderreise werden wir von unserem Hausfassan bereits gegen 7 Uhr geweckt. Wir scheinen mitten in seinem Revier zu stehen und haben so die Möglichkeit den bunten Gesellen ausführlich zu beobachten.

Der Himmel hat noch einige Wölckchen, aber ein wundervolles Blau schimmert schon durch. Gegen halb 10 sind wir startklar und laufen zum wenige 100 Meter entfernten Strandzugang (wichtige Info für Hundebesitzer: ab 15. Mai herrscht hier Hundeverbot am Strand!) Da gerade Ebbe ist und noch viel Wasser auf dem Strand steht, nehmen wir den Weg auf den Klippen in Richtung Wissant. Ein schöner Abschnitt mit tollen Ausblicken auf den endlosen Strand, die Dünen und die beiden Caps Blanc Nez und Gris Nez.

Nach etwa 2,5 km Weg muss man zum Strand runter. Wir sind dann wieder hoch in die Siedlung abgebogen und mussten deshalb lange an der Straße bis nach Wissant laufen. Schöner ist es bestimmt, einfach am Strand zu bleiben.

Egal bei diesen Bedingungen. stahlblauer Himmel und hier etwas ab vom Strand kaum Wind und angenehme Wandertemperaturen.

Auch Wissant ist ein wunderschöner Ort am Meer. Auf jeden Fall einen Besuch wert. Verweilen können wir aber nicht, da wir um halb 2 einen Tisch im Restaurant in Escalles reserviert haben. Also geht es direkt zum Strand und in den sehr frischen Wind. Es hat Schaumkronen auf dem Meer, wahrscheinlich um Windstärke 5-6 Bft und das gemeinste von allem: das Ganze als Gegenwind.

Und auf den Bildern seht Ihr, dass unser Ziel noch weit entfernt ist. Also doppelt anstrengend. Aber: der Weg ist das Ziel. Es fühlt sich zwar manchmal an, als würde man kaum vorankommen und eine Unterhaltung,wie sonst auf unseren Wanderungen, ist nicht möglich, aber es macht trotzdem Spaß. Am allermeisten aber macht Spaß, unsere beiden Wanderhunde beim Spielen am Strand zu beobachten. Fast so, als würde ihnen der Gegenwind und die bereits zurückgelegte Strecke nichts ausmachen.
Auf manchen Fotos ist der weiße, ganz feine Sand zu sehen, wie er über den Strand fegt. Besagten Sand finden wir nach der Wanderung in ausreichender Menge im Gesicht unserer Fellnasen. Amadeos Nasenpartie ist davon regelrecht eingekrustet.

Bei solchen Ausblicken gehen auch die etwa 6 km gegen den Wind auf wundervolle Weise vorüber und wir erreichen unser auf dem Camping in Escalles geparktes Womo gegen 12:40 Uhr wieder. Glücklich über die zurückgelegten 12 km.


Jetzt heißt es durchstylen und um 13:30 Uhr stehen wir vor unserem Restaurant „Les Falaises“. Das einzige, was fehlt, ist unser zugesagter freier Tisch. Die gestern noch so nette Bedienung beginnt heute wegen seines Fehlers mit uns das Diskutieren und möchte vor dessen Chef den selbst gemachten Fehler auf uns schieben. Auf Diskussionen im Urlaub haben wir aber keine Lust. Deshalb lassen wir den meckernden Herrn einfach mit einem netten „Au revoir“ stehen und besuchen das Restaurant „Du Cap“ in der Ortsmitte. Hier gibt es einen tollen Garten und wir fühlen uns gleich ab Beginn willkommen.


Das Essen und der Wein sind wunderbar, die Sonne scheint, nur der Wind wird immer kühler. Als wir gegen 16 Uhr am Womo zurück sind, hat es sich komplett zugezogen.
Es tagt erneut der Tourenrat und kommt zu dem Schluß, dass wir heute noch in Richtung Verdun mit Einkaufs- und Tankstop nähe Amiens weiterfahren werden.
So sitzen wir gegen 17 Uhr wieder im Womo und unsere Tour führt uns über Abbeville, Amiens, an der tollen, in der Sonne liegenden Kathedrale von Reims in den kleinen Ort Charny sur Meuse.


Bei unserer Ankunft dort gegen 21 Uhr ist es noch ein wenig hell. Und dann kommt wieder so ein Fremdschäm-Moment auf dem Womostellplatz. Wir parken auf sehr schrägem Terrain neben einem bereits geparkten Womo ein. Kaum bemerkt dessen Besatzung unser Vorhaben, wird else-kling-like die Verdunklung einen Spalt geöffnet und ein Augenpaar folgt allen Bewegungen unseres Womos. Frei nach dem Motto: Ihr könnt mich ja nicht sehen!

Da uns solches Kindergartengetue tierisch annervt, parken wir um, nicht ohne dem „versteckten“ Augenpaar aus unserem hellbeleuchteten Cockpit heftigst zu winken.


Ein Glas Abschlusswein auf diese tolle Tour. Ein kurzer Blick auf die Karte, ob noch ein Besuch der Gedenkstätte hier in Verdun in den Zeitrahmen passt. Und nach Beseitigung der in den Shih Tzu Gesichtern befindlichen Sanddünen des Caps Blanc Nez und 12 km in den Beinen/Füßen schlafen wir glücklich ein.

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