Von Seepferden, Schweinen, die zu Trüffeln werden und Delfinen…Erinnerungen auf dem Weg nach Süden…

28. Oktober 2026

Ein paar anstrengende Monate liegen hinter uns. Angefangen hat das ganze mit unserem Unfall im Juni und dem damit verbundenen Stress. Dazu kamen einige persönliche Enttäuschungen, aber das kennt ihr sicher auch. Kommt dann noch die ein oder andere gesundheitliche Schwäche hinzu, geht die persönliche Akkuleistung relativ schnell in den kritischen Bereich und der Körper fängt an zu rebellieren. Und genau aus diesem Grund sitzen wir gerade im Wohnmobil mit dem Ziel Kroatien.

Bereits gestern Abend führte uns eine etwa 4-stündige Fahrt in die Region um Bernau am Chiemsee. Hier sind wir gegen 9 Uhr gestartet. Unsere Strecke führt uns über den Tauerntunnel, vorbei an Udine und Triest via Koper nach Vrsar.

Die Fahrt verläuft ruhig bis auf einen Zwischenfall im Bereich Tauerntunnel. Als Wohnmobil mit einem Gesamtgewicht größer 3,5t darf man auf österreichischen Autobahnen nur 80 km/h fahren. Diese Tatsache hatte zur Folge, dass im Tunnel ein slowenischer LKW extrem dicht auffuhr – wir fuhren ihm mit 85 km/h zu langsam – und mit Hupe und Lichthupe drängelte. Schließlich überholte er uns und drängelte sich so vor uns, dass wir heftigst bremsen mußten und daher auch hupten. Dieses Hupen nahm der LKW Fahrer zum Anlass, um uns so auszubremsen, dass wir fast eine Vollbremsung hinlegen mussten. Es folgten mehrere Minuten, in denen der LKW Fahrer völlig die mentale Kontrolle verlor und versuchte uns von der Fahrbahn zu drängen Danach zeigte er uns mehrfach den Stinkefinger, um schließlich mit überhöhter Geschwindigkeit davon zu rasen. Ein Vorfall, der leider keine Werbung für das Heimatland des Fahrers macht…

Zurück zu unserer Autofahrt. Voller Vorfreude auf die Küstenstadt Vrsar lassen wir die Landschaft vorbeiziehen. Erinnerungen an unseren Tauchaufenthalt im Jahr 2014 mit Dennis und den unzähligen Seepferden sind genauso Thema wie der Versuch auf dem Heimweg am Schweineäquator von Flengi eine offene Spanferkelkonoba zu finden und wegen des kollektiven Ruhetags in einer Konoba nähe Porec zu landen, die keinen Schweinegrill zu bieten hatte, wo selbige Tiere aber zu überirrdischen Trüffelgerichten motierten.
Oder aber ein Ausflug bei unserem letzten Aufenthalt zu den Sonnenuntergangsdelfinen vor dem Limskikanal. Einfach nur schöne Erinnerungen, die uns die Vorfreude auf ein paar Tage Ruhe am Mittelmeer noch verschönern.

Im Sonnenuntergang verlassen wir die Autobahn in Richtung Porec. Die Farben scheinen am heutigen Abend nicht von dieser Welt zu sein. Einfach nur traumhaft. Gegen halb 6 erreichen wir den Campingplatz Porto Sole, der entgegen unserer Erwartung jetzt um diese Jahreszeit nahezu ausgebucht zu sein scheint. Gut, dass wir reserviert haben. Aber die erste Nacht – wir sind tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen einen Tag früher hier – müssen wir noch auf einem nicht ganz so ansehnlichen, aber umso ruhigeren Stellplatz verbringen.
Gegen halb 7 verlassen wir das Campingelände in Richtung Casanovastädtchen, dass sich mit dem in Wolken verhüllten Mond etwas halloweenartig präsentiert. Nach einem leckeren Malvasia in der Bar Nieves kehren wir im Lagona für eine Begrüßungstrüffelpasta und einen Oktopussalat ein. Und dann ist es Zeit für die Waagerechte….wir freuen uns auf morgen, auf die Bucht, auf die Sonne, auf eventuelle Seepferdbegegnungen oder mit Glück auch Delfine aber hauptsächlich auf eine schöne, gemeinsame Zeit…

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