16. April 2026
Des Wetterberichtes wegen entscheiden wir uns ganz kurzfristig für eine Tour nach Nordhausen zum Sundhäuser See. Nach etwa 12 Jahren wollen wir in der Actionsport Tauchbasis einchecken, um den ein oder anderen Tauchgang zu absolvieren.
Kleine Hintergrundinformation: Wir waren die ersten Camper, die an diesem See Urlaub gemacht haben. Es war im Jahr 2006 und es war wunderschön und zugleich der Start in eine weniger schöne Entwicklung dieses ehemals magischen Gewässers.
Vor etwa 12 Jahren sind wir wegen der damals bereits herrschenden Massenabfertigung in dieser Tauchbasis zur familiär geführten Oasis Tauchbasis gewechselt. Hier war der See noch deutlich ursprünglicher und auch die Unterwasserwelt intakter.












Durch den Bau der Villen direkt am Ufer des Sees wurde die Oasis Basis geschlossen. Unser letzter Tauchgang in Nordhausen liegt etwa 10 Jahre zurück und wir hatten bei Oasis eine sehr schöne Zeit. Leider mußten wir zusehen, wie die Interessen von wohlhabenden Menschen, die gerne an einem See leben möchten, ein ehemaliges Naturjuwel zerstörten.
In den letzten 10 Jahren hat sich die Struktur des Sees deutlich verändert. Am See selbst stehen jetzt mehrere Ferienhäuser und es hat Wohnmobilstellplätze mit Strom. Auch ist ein neues, modernes Waschhaus genau an dem Platz entstanden, an dem wir damals unseren ersten Urlaub am See verbrachten.
Zurück zu unserer Anreise: viele Erinnerungen kommen während unserer Fahrt zurück. An die Menschen, die wir in Nordhausen treffen durften, an die wundervollen Tauchgänge, die wir in diesem See haben durften, an die überdimensional dicken Wurstscheiben der angrenzenden Metzgerei, an so vieles, das wir hier gar nicht komplett aufzählen können. Schöne Erinnerungen eben.
Als wir ankommen werden wir sehr nett von der Basisleitung begrüßt. Zuerst stehen wir in Nähe des Einstiegs 3. Hier essen wir zu Mittag, natürlich die ganz dicken Wurstscheiben und beschließen dann doch in die Nähe von Einstieg 2 a umzuziehen.
Die blühenden Bäume sind zauberhaft, das Vogelgezwitscher, besonders das der Nachtigall, fast so wie damals, aber eben nur fast.














Von oben betrachtet hat der See Bergseequalität. Das Wasser soll auch noch recht kalt sein, aber da wir müde sind, verschieben wir den ersten Tauchgang auf morgen und lassen den Abend bei Thüringer Bratwurst vom Grill und einem Glas Weißwein ausklingen.
Nach einem wundervollen Sonnenuntergang begeben wir und schon gegen 9 Uhr in die Waagerechte. Nur ein weiteres, ankommendes Womo stört uns ein wenig beim Einschlafen bevor uns die Nachtigall in den Schlaf zwitschert.
17. April 2026
Wir haben trotz der Nähe der Bundesstraße und der vielen bereits früh morgens passierenden LKW mit Baumaterial recht gut geschlafen. Das Frühstück ist lecker, besonders der erste Bialetti duftet und mundet einfach nur herrlich.
Und dann steigt die Vorfreude auf´s Tauchen. Und jetzt kommt der Teil dieses Hobbys, der etwas mit Sport zu tun hat. Das Vorbereiten und Anrödeln. Während wir das tun, halten wir den ein oder anderen Schwatz mit den Insassen des anderen Womos.
Gegen 11 Uhr ist es dann so weit. Wir laufen die Treppe hinunter zum See. Dann kommt die kleine Fluchphase zum Thema Neoprenhandschuhe anziehen – wir hassen Handschuhtauchen schon deshalb, weil es das Bedienen der Kamera unter Wasser nicht gerade vereinfacht – und dann tauchen wir ab.
Das Wasser ist wunderbar klar, aber der Boden ist sehr stark mit Sediment besetzt. Heißt: Jeder unbedachte Flossenschlag ist schädlich für die Sichtweiten. Ein Indiz dafür, dass hier viele Taucher viel zu viel Bodenbewegung durch falsche Tarierung verursacht haben.










Wir sehen viele oder auch viel zu viele Karpfen und den orangefarbenen Koi-Karpfen, welcher noch der selbe von damals zu sein scheint. Bei einem auf dem Grund sitzenden, toten Karpfen, haben sich viele stattliche Dohlenkrebse zum Fressen versammelt. Vollgefressen sind sie nahezu nicht in der Lage zu fliehen. Unser Weg führt uns entlang der 5 Meter Linie zu Einstieg 1 und dann wieder zurück. Doch außer der Karpfen begegnet uns weder ein Hecht noch einer der ehemals vielen Flussbarsche. Auch vermissen wir die damals so zahlreich im See vorkommenden, großen Teichmuscheln. Egal…nach etwa 45 Minuten verlassen wir leicht durchgefroren das Wasser an Ausstieg 2.
Da vermisst man doch sein geliebtes, kleines Tauchgewässer bei Kronau umso mehr.
Ob wir heute nochmal ins Wasser gehen? Erstmal heißt es Mittagessen und dann sehen wir weiter. Die Sonne ist wunderbar warm und so toll fanden wir den Tauchgang nun nicht, also bleiben wir an Land und machen einfach mal nichts.
Der Sonnenuntergang fällt heute wegen Wolken aus und ab etwa 8 Uhr abends geht es unserer kleinen Allie nicht wirklich gut. So haben wir einen unruhigen Abend und kommen erst so gegen 12 Uhr zur Ruhe oder besser in die Waagerechte. Man schläft dann doch fast nicht, weil man sich um die Fellnasen sorgt…aber welchem Hundebesitzer schreiben wir das?
18.April 2026
Gegen 9 Uhr werden wir wach. Allie musste nachts noch einmal raus und dann hat sie und auch wir endlich gut geschlafen.
Doch bereits heute nacht haben wir beschlossen, der kleinen Fellnase nicht unnötig Stress zu bereiten. Wir wollen weiterfahren.
Gegen halb 11 haben wir zu einem stolzen Preis von über 100 € ausgecheckt. Bemerkung: Wenn man schon eine normale Stellplatzgebühr für einen Wohnmobilstellplatz nimmt, sollte man auch ein Konzept für die Müllentsorgung haben. Doch auf der Website steht nur ganz banal: Jeder entsorgt seinen Müll selbst. Durchaus verbesserungs- bzw. fragwürdig.
Leider steht hier, bereits wie vor vielen Jahren, der Umsatz/Gewinn vor dem Schutz der Natur.
Alles hat eben seine Zeit. Und ob eine Zeit kommen wird, in der wir nochmal an diesen Ort zurückkehren werden….?






Unser nächstes Ziel liegt ebenfalls in Thüringen. Es soll erst zu einem Camping in der Nähe von Bad Langensalza gehen und falls es uns da nicht gefällt zum Stellplatz des Kurortes selbst. Den Campingplatz taxieren wir im Vorbeifahren als nicht das , was wir suchen und so landen wir um die Mittagzeit auf dem schön angelegten Stellplatz von Langensalza direkt an der Werra gelegen. Wir parken auf Platz 55 ein und nach einem kurzen Erkundungsspaziergang checken wir ein. Erst einmal für eine Nacht, denn der Wetterbereicht für morgen ist sehr überschaubar. Wir genießen die Wärme und die Sonne, beobachten Insekten und Vögel und spielen mit unseren Fellnasen.
Gegen 16 Uhr schwingt Ulli den Kochlöffel. Es gibt Tortelloni mit einer Champignonsauce und einem frischen Salat, Dazu ein Glas Weißwein und ganz viel Vogelgezwitscher.
Im Anschluß begeben wir uns auf einen traumhaften Spaziergang an der Werra entlang. Die Fellnasen haben richtig viel Spaß. Wir sehen einen Eichelhäher und einen Buntspecht, hören mehrfach einen Eisvogel und genießen die jetzt gegen 7 Uhr immer noch warmen Sonnenstrahlen. Erst gegen 9 Uhr ist es draußen so kühl, dass wir uns ins Womo zurückziehen. Müde und glücklich lauschen wir dem Glucksen des kleinen Flüsschens und schlafen total glücklich ein.
19. April 2026
Um halb 6 wecken wir die Fellnasen zur frühen, regenfreien Gassirunde. Und dann gehen wir alle nochmals in die Waagerechte. Erst um kurz nach 10 schälen wir uns schweren Herzens aus den Federn. Die letzten 4 Stunden war außer dem Trommelgeräusch dicker Regentropfen auf dem Womodach nichts zu hören. Jetzt um halb 11 hört es endlich wieder auf und wir überlegen bei einem Bialetti, was wir heute noch tun werden. Der Wetterbericht verspricht Besserung gegen Mittag in den Hochlagen der Rhön.
Also soll das unser Ziel sein. Doch je mehr wir uns der Wasserkuppe nähern, umso sichter wird der Nieselregen.
Einziges Highlight ist der Schwarzstorch (Beweisfoto!) auf einer Wiese am Straßenrand. Die Wasserkuppe selbst ist vor lautet Nieselnebel fast nicht zu erkennen. Und so endet unsere Tour bereits einen Tag früher als geplant…




