19. Februar – 23. Februar 2026
Vor etwa 10 Tagen erreichte uns eine Email aus Bologna. Die Organisatoren des Unterwasservideowettbewerbs informierten uns darüber, dass der von uns eingereichte Film „Insolito“ unter den prämierten Filmen sei. Tatsächlich hatten wir vor lauter Arbeit schon nicht mehr an diesen Wettbewerb gedacht.
Also organisierten wir kurzerhand einen Aufenthalt in Bologna vom 20. bis 23.02. in einem Apartment in Zentrumsnähe mit angeschlossenem Parkplatz.
Am 19. Februar starten wir, nachdem der Schneepflug vor unserem Zuhause endlich für freie Fahrt gesorgt hat, in Richtung Süden. Unser erster Stopp soll irgendwo in der Nähe der Grenze Schweiz/Italien sein. Ulli findet unterwegs ein Angebot für ein nettes Hotel in Porto Valtravaglia mit Blick auf den Lago Maggiore. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir an. Der Check-in ist merkwürdig und verläuft nach dem Motto: hier ist der Schlüssel und da gibt es Frühstück mit Deuten in ein Richtung, das angeschlossene Restaurant hat geschlossen, das Zimmer ist nett, das Hotel aber leider sehr hellhörig, die sizilianische Bar nebenan toll und das im alten Ortskern liegende Restaurant sehr wiederholungsbedürftig.






Dem merkwürdigen Checkin geschuldet ist es wohl auch zu verdanken, dass wir am 20. Februar ausgiebig in der sizilianischen Bar frühstücken, die Gutscheine, mit denen wir zahlen wollen, aber auf eine andere Bar lauten, welche gleich um die Ecke liegt. Ärgerlich, chaotisch und lustig zugleich…aber nicht die einzige merkwürdige Begegnung unserer Reise.







Die etwa zweieinhalb Stunden nach Bologna verlaufen entspannt. Eine halbe Stunde vor Ankunft melden wir uns beim „Schlüsselmeister“ des Appartments Sant Orsola. Alles verläuft noch angenehm und zuverlässig. Dann bei Ankunft, wir sind durch viele Baustellen in der Stadt etwa 20 Minuten später am Appartment, die erste Erkenntnis: hier gibt es keinen Parkplatz! Außerdem scheint niemand auf uns zu warten oder vielleicht doch. Ein grimmig drein schauender, desinteressierter junger Mann, steht genervt neben seiner Vespa. Als Ulli ihn fragt, ob er zum Appartment gehöre, bekommt sie die erste verbale Kostprobe. Höflich geht anders. Wir entladen unser Gepäck im absoluten Halteverbot. Auf die Frage beim motzigen Schlüsselmeister nach einem Parkhaus in der Nähe kommt, wie fast erwartet, nur: “ Hier gibt’s keins!“ und dann steht Ulli mit 2 schweren Koffern neben dem Schlüsselmeister. Und wie ihr Euch jetzt bestimmt schon denken könnt, lässt dieser Ulli die Koffer alleine schleppen – sind ja nur etwa 40 m bis zur Eingangstür! Obendrein ist dann auch noch mehr genervt, als Ulli den 2. Koffer holt und er wieder warten muss.
Ulli schlägt vor, mal mit seinem Chef zu sprechen, woraufhin der Schlüsselmeister zu schreien beginnt: „Ich bin der Chef, mir gehören 26 Appartments in der Stadt…“ aber was nutzt das schon, wenn man nicht mal Basics im Benehmen hat. Nach einem Telefonat mit unserem Vermieter, beruhigt uns dieser nur und meint, wir sollen es alles so hinnehmen, den Schlüssel entgegennehmen und das Apartment beziehen. Er kenne das Problem schon. Tatsächlich fragen wir den Schlüsselmeister dann nach dem Schlüssel, worauf dieser den Schlüssel von der Tür abzieht, zu schreien beginnt “ Ihr kriegt den Schlüssel nicht!“ um im Nachbarapartment verschwindet, wo er hinter verschlossener Tür beginnt, neben noch lauterem Schreien zu randalieren.
5 Minuten später kommt er -nabhdem er mit unserem Vertragspartner telefoniert hat -wieder heraus, tritt gegen Türen und Wände und schreit „Hier ist das Apartment!“ Er schließt auf und feuert den Schlüssel auf den Boden. Dann giftet er uns an und fragt, wie wir die Touristenabgabe und die Gebühr für die Hunde bezahlen wollen. Ralf zahlt natürlich in bar und fragt höflich nach einer Quittung, worauf der Schlüsselmeister erneut zu schreien beginnt: bei Bargeschäften braucht man das in Italien nicht. Und genau das stimmt nicht. Daher fragen wir den Herrn nach seinem Namen, was ihn so wütend macht, dass wir Angst haben, er würde handgreiflich werden.
Daraufhin ruft der Schlüsselmeister unseren Vertragspartner an, beginnt wild um sich zu treten und schreit ins Telefon: „Du gibst diesen Hurensöhnen meinen Namen nicht…!“
Ein finaler Anruf beim Vertragspartner mit der Info wir beziehen das ohnehin runtergewohnte Apartment nicht und er solle nicht auf die Idee kommen, unsere Kreditkarte zu belasten, und dann stehen wir um kurz vor 6 Uhr abends ohne Zimmer in einer Stadt, in der Italiens größte Freizeitmesse stattfindet.
Doch die Uhrzeit ist unser Glück, denn ab 18 Uhr gibt es auf Booking die Restzimmer des Tages. Und um die Ecke befindet sich das tolle 4 Sterne Hotel Aemilia. Hundefreundlich, mit Parkhaus und eine Stunde später haben wir endlich ein tolles Zimmer.
Diesen stressigen Tag lassen wir in einer Trattoria in der Nähe, na klar bei einer echten Tagliatelle Bolognese und einem Taucherwein ausklingen. Wir wollen ja schließlich zur Tauchmesse.



































Den 21. Februar nutzen wir, um uns bei frühlingshaftem Wetter durch die Stadt treiben zu lassen. Hier lassen wir die Bilder sprechen. Erwähnenswert ist unser Frühstück in Bolognas Feinschmeckerherz unter Einheimischen, die netten Gespräche mit Hundefans und natürlich die Bolognesecelebrierung am Abend.



















Und dann ist er da, der 22. Februar 2026. Um 14 Uhr beginnt die Siegerehrung auf der Messe. Bei strahlendem Sonnenschein begeben wir uns gegen 9 Uhr in Richtung Frühstückscafé in Messenähe. Ralf ist so aufgeregt, dass er kaum einen Bissen runterbekommt. Auch die Sonne kann er nicht so richtig genießen. Etwa um halb 11 betreten wir die Messehalle. Wir schauen uns einige Mittelmeertauchbasen an, schwatzen ein wenig und lachen uns über die Frage eines Tauchbasenbesitzers an Ulli fast kaputt. Er eröffnet das Gespräch mit: „Kannst Du denn schon tauchen?“ Nach Klärung muss er natürlich auch mitlachen. Aber man merkt ihm noch an, dass es ihm etwas peinlich ist.
Die Spannung steigt. Und schließlich sitzen wir slle 4 im Auditorium der Preisverleihung der 4 Kategorien für Unterwasserfilme. Unser Herzklopfen ist bestimmt laut zu hören. Natürlich kommt die Kategorie Filme bis 30 Minuten als letzte zum Aufruf. Ist das spannend. Und der 3. Platz….geht nicht an uns. Wir dachten mehr Herzklopfen wie vorhin ginge nicht, doch werden wir eines anderen belehrt. Dann sind wir wohl 2., denken wir. Aber auch dieser Preis geht nicht an uns. Zum Aufruf kommt der Sonderpreis für die beste Story und der Sonderpreis für die beste Kameraführung. Aber auch diese beiden Preise gehen nicht an uns. Ulli sagt genau in diesem Moment zu Ralf: „Die Email aus Bologna war bestimmt eind Fake-Email!“







Schließlich kommt der der Siegerfilm zum Aufruf. Und es ist „Insolito“ unser Film, deutsch vertont mit italienischen Untertiteln. Herzrasen, Zittern, heiß, kalt….wir können es kaum fassen. Wir haben gewonnen. Überraschend für uns bei der hochbesetzen Konkurrenz.
Ralf übernimmt den Pokal und den Preis und Ulli sitzt wie gelähmt im Publikum und vergisst in diesem Moment, Fotos zu machen.
And the Oscar goes to Weichersbach. Zuerst feiern wir auf der Messe mit anderen Preisträgern und später dann in der Stadt im Ausgehviertel der Studenten.
Und so klingt unser Aufthalt in Bologna aus.













Kleiner Tipp für Autoreisende: auf der Strecke Mailand Bologna wird folgender Trick angewandt: ein Fahrzeug wirft im Vorbeifahren gezielt ein Steinchen o. ä. unter bzw. gegen das Auto, was ein schepperndes Geräusch verursacht. Kurze Zeit später fährt ein mit 2 Männern besetzter Kleinwagen ganz dicht auf. Mit Lichthupe und Deuten hat es den Anschein als wäre ein Defekt an Eurem Auto. Fahrt Ihr daraufhin den nächsten Parkplatz an, werdet Ihr von der Bande 2 Autos, mindestens 3 Männern Eurer Wertsachen entledigt. In unserem Fall hat Ulli sich mit gezücktem Handy umgedreht, was eine Nahezu- Vollbremsung des Kleinwagens zur Folge hatte.