Zurück an einen Ort der Erinnerungen…

05. Januar 2026
Wir hatten ja bereits erwähnt, dass wir an Punto Lungone, dem Hochsicherheitsstellplatz, parken, an dem garantiert vor 9 Uhr niemand entkommen kann. Der im Netz als „nett“ beschriebene Betreiber ist ein kleines, ausgekochtes Schlitzohr mit Qualitäten, die ihm unter Anhäufung tatsächlich etwas Porto Longone einbringen könnten. Aber egal, wir waren hier und das reicht für`s Leben. Wir fahren zuallererst zur Tankstelle um die Ecke. Hier befindet sich auch eine Bar und wir genießen unser Frühstück mit Meerblick, heute mit Brioche und 1,5 Caffè, denn Ralf kippt seine erste Tasse erst einmal über den Tisch.

Schließlich führt uns unser Weg weiter auf die Autobahn, wo wir den ersten Kontakt mit der Sonne haben. Der Himmel ist blau mit weißen Schleierwolken durchzogen. Auf der ganzen Strecke an Genua vorbei nach Diano Marina herrscht sehr starker Wind. Eine der Böen hat es heftigst in sich.

Gegen halb 1 parken wir auf dem Agricamping Solo Blu ein. Dem Stellplatz, den wir fast auf den Tag genau vor 9 Jahren von Spanien kommend ausgesucht hatten, um unserem damals sterbenden Rüden noch etwas Sonne und wärmere Temperaturen als zu Hause zu ermöglichen. In Spanien war der kleine Kerl damals komplett kolabiert und als er danach wieder einigermaßen stabil war, fuhren wir etappenweise nach Hause und blieben hier auf dem Stellplatz bei Erminia und Enzo hängen.


Nur kurze Zeit später ging Benjamin Ende Februar über die Regenbogenbrücke. Und weil wir danach ein wenig Kopffrei brauchten, fuhren wir mit unserer alten Hündin Jule und unserem damals winzigen Amadeo wieder hierher und verbrachten 10 wundervolle Tage. Für den damals 5 Monate alten Amadeo eine Zeit mit Jule, die unglaublich von extremer Fürsorge und Zuneigung dieser alten Hündin ihm gegenüber geprägt war. Ob das der Grund ist, warum Amadeo beim Aussteigen und der Begrüßung durch Erminia zurück ins Womo geht und etwas macht, was er in den letzten Jahren eigentlich nie gemacht hat. Er legt sich auf den Tisch und wird ganz ruhig, so als wäre er traurig darüber, dass dieses Mal seine Jule nicht dabei ist. Ein Moment, der auch uns still werden lässt. Ein Schmuser für unsere Fellnase auf dem Tisch, ein Kuschler für Allie, die nicht so ganz weiß, was gerade passiert und ein herzlicher Gedanke für unsere liebe Jule und unseren Ben, die uns bestimmt heute bei unserer Ankunft zugesehen haben.


Es folgt eine kleine Kochaktion von Ulli. Ein Risotto mit Radicchio und Orange und dazu ein Prosecco. Natürlich in der Sonne, in der es windgeschützt auch richtig schön ist.
Gegen 4 verlassen wir den Stellplatz in Richtung Stadt. Hier ist heute am Vorabend von Befana – die Hexe, die den lieben Kindern Süßes und den bösen Kindern Kohle(schwarz, also kein Geld!) bringt – richtig viel los. Wir gönnen uns einen Caffè mit Blick auf`s Meer und bummeln durch die Gassen, kaufen etwas ein, genießen noch einen Rotwein und laufen die etwa 2 km zurück zum Stellplatz. Hier sitzen wir jetzt und freuen uns, wieder hier zu sein. Auf Sonne und das Meer, auf italienisches Frühstück und den ein oder anderen Aperitivo, auf Enzo und Erminia, bei denen wir uns damals so unheimlich wohl gefühlt haben und auf eine schöne gemeinsame Zeit mit unseren Fellnasen…

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