03. Januar 2025
Schon als wir erwachen regnet es leicht. Die Papageien kreischen und fliegen wild in der Nähe unseres Platzes herum. Schließlich setzen sie sich immer wieder auf den Boden, wo sie zu fressen scheinen. Ein Regenpause nutzen wir aus, um ein paar Fotos zu machen und dann geht es schon weiter. Wir fahren gerade mal 20 km bis zur Saline die Margherita di Savoia, der größten Saline Europas, natürlich nicht, ohne vorher an einer Bar gefrühstückt zu haben. Wie immer mit Caffè und Cornetto.













Am Anfang der etwa 20 km langen Saline befinden sich nur vereinzelt Flamingos. Etwa 4000 sollen regelmäßig hier leben. Fenicotteri Rosa heißen diese Tiere übrigens im Italienischen. Es dauert einige Kilometer, bis wir an einigen, nahe an der Straße stehenden Exemplaren vorbeikommen. Und es ist trotz der fehlenden Sonne traumhaft schön.



























Entlang des Sporns geht es dann weiter via A 14 und Pescara mitten durchs Land genau dahin, wo alle Wege hinführen, nämlich nach Rom oder besser daran vorbei und dann auf der SS1 Aurelia nach San Vincenzo zu unserer italienischen Familie.
Ein Überraschungsbesuch. Und die Überraschung gelingt uns. Roberto freut sich so sehr, die Umarmung ist so intensiv und lange…einfach schön, in unser Zuhause in der Toskana zu kommen.










Defi ist am heutigen Abend nicht da. Sie ist im neuen Lokal REDS und hilft ihren beiden Jungs in deren neu eröffneten Bar, denn am heutigen Abend ist dort Full House. Das Wiedersehen mit Nonna ist wunderschön. Irgendwie hat sie sich gar nicht verändert und unser Abendessen, natürlich wie immer betreut von Massimo, ist einfach nur lecker. Es gibt gemischte Vorspeisen vom Buffet, danach Risotto ai Funghi Porcini und schließlich Coniglio con le Patate Aroste….
Kurz nach 10 verlassen wir das Restaurant der beiden und begeben uns zurück ins Womo. Die heutigen knapp 800 Kilometer waren doch recht anstrengend, aber der Abend hier jeden einzelnen Kilometer wert.

04. Januar 2025
Dass wir richtig gut geschlafen haben, könnt Ihr Euch bestimmt denken. Es war bis auf ein ausuferndes Geböllere so gegen halb 3 , was eine wache und aufgeregte Fellnase zur Folge hatte, sehr ruhig. Und so kommt es wahrscheinlich auch, dass wir erst nach 9 Uhr aufstehen. Um 10 Uhr wollen wir uns wieder mit Defi und Roberto treffen, denn wir haben noch eine kleine Überraschung für die beiden. Sie hatten an Weihnachten ihre Silberhochzeit. Und als Dankeschön für die wundervolle Zeit, die wir beide an unserer eigenen Silberhochzeit auf Le Rondini haben durften, wollten wir uns mit einer netten Geste revanchieren.
Defi ist schon wach, aber Roberto lässt noch auf sich warten.
Defi tut uns noch einen großen Gefallen und schaut unsere neue Süßwasser-Unterwasserdoku mit italienischen Untertiteln. Und sie hat Spaß und ist ganz begeistert von den Aufnahmen und den vielen ungeahnten Details, die im Film zu sehen sind. Der Film ist deshalb mit italienischen Untertiteln – danke nochmals ganz herzlich an Cristina für die Übersetzung – da wir diesen Beitrag zum Unterwasserfilmfestival nach Bologna einsenden möchten.
Als Roberto schließlich im Restaurant erscheint, ist es bereits halb 12.



Ein Schokopanettone dient als Träger für die „25“ in Kerzenform und ein paar höheren Kerzen, präsentiert auf einem schönen Keramikteller mit silberfarbenen Schleifchen. Wir überreichen den beiden ihr kleipnes Präsent zu Klängen von Hotel California, einem der Lieder der beiden. Ob da ein Tränchen in Robertos Auge blinkt, wir wissen es nicht, aber die beiden sind doch sehr gerührt und freuen sich sehr. Und wir uns auch…
Wir stoßen mit einer Pfütze Prosecco auf deren Hochzeit an und dann sitzen wir da und plauschen über dies und das und die Zeit vergeht wie im Flug. Draußen regnet es mal mehr und mal weniger, aber es hört leider nicht auf.
Gerne würden wir natürlich bei den beiden bleiben, aber Regen und Langhaarfellnasen und das gleich für mehrere Tage, das macht leider wenig bis keinen Spaß.
Und so liegen wir uns gegen 3 Uhr in den Armen und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Wir haben fest vor, in diesem Jahr mal für eine Woche in San Vincenzo zu bleiben, denn es ist einfach schön hier.

Als wir vom Hof fahren, ist unser Ziel der Ort, an dem es heute Abend trocken ist und wir unsere Fellnasen bequem ausführen können. Um auf die Hauptstraße zu gelangen, müssen wir aber erst an diesem ungewöhnlichen, englischen Moment vorbei. Offenbar herrscht jetzt auch in Italien teilweise Linksverkehr. Das größte Problem war die Auflösung dieser Aktion, denn es fuhr genau der zuerst los und vor allem auch in unsere Richtung, von dem man es kaum ahnen konnte.
Und weiter geht es in Richtung Sonne. An den schneebedeckten Carrarabergen ist es dann soweit. Hier hat es blauen Himmel und auch etwas Ähnliches wie Sonnenuntergang. Und so parken wir wenig später auf einem Wohnmobilstellplatz am Ende des Marina di Carrara Strandes ein.











Merkwürdig ist, dass man die Schranke zwar geöffnet bekommt, man aber keine Chance hat, auf eigene Faust den Stellplatz wieder zu verlassen. Eine Art Campinggefängnis. Für eine Nacht mag diese Art Stellplatz okay sein, aber wer lässt sich schon gerne einsperren. Vielleicht sollte der Besitzer den Stellplatz in „Punta Longone“ umtaufen! – Porto Longone wurde deshalb in Porto Azzurro umgetauft, weil sich dort ein Hochsicherheitsgefängnis befindet. In den Knast müssen beschrieb man mit nach Porto Longone gehen. Und wer möchte schon dahin in den Urlaub fahren? –
Zu Fuß gelangen wir in das Ausgehviertel der Stadt. Hier sind vor allem jüngere Menschen unterwegs und bei unserem Betreten der ein oder anderen Bar geht der Altersdurchschnitt deutlich nach oben. Egal, es ist ganz nett hier, aber bereits auf dem Rückweg beschließen wir, heute Abend nur noch eine Kleinigkeit zu essen und dann schlafen zu gehen. Morgen wollen wir ja zeitig weiter in Richtung Ligurien…denn dort soll die nächsten Tage die Sonne scheinen….