02.01.2026
Erst kurz nach 9 verlassen wir unseren Stellplatz. Der Wetterbericht schickt uns etwas in Richtung Norden. Generell sieht das Wetter vom Süden bis in die Mitte Italiens in den nächsten Tagen eher bescheiden aus. Den allerersten Stop machen wir an einer Bar, denn wir hatten noch kein Frühstück. Nach dem Caffè und dem Brioche steht sie wieder im Raum, die Frage : Und jetzt? Wohin?







Castel del Monte oder vielleicht doch vorher Alberobello?
Wir passieren einige Trulli, die Stadt Ostuni und magische, alte Olivenbäume, von denen in den vergangenen 12 Jahren leider unzählig viele an einem über eine Zikade aus Südamerika eingeschleppten Virus, dass die Wasserzufuhr des Baumes verstopft, gestorben sind. Schließlich entscheiden wir uns kurzfristig für Plan B und es geht ohne touristischen Pflichtstop auf einen relativ neuen Camping am Meer in Bisceglie. Hier parken nur 4 weitere Camper. Der nette Herr an der Rezeption, der aus Kuba kommt und bei den heutigen immerhin herrschenden 15 Grad dick in Mütze und Schal eingemummelt ist, zeigt uns unseren Platz direkt am Meer. Auf dem Campingplatz wohnt ein riesiger Schwarm grüner Papageien, aber leider verstecken sich die kleinen Kerls heute geschickt vor unserer Kamera.
Um die Stadt zu erkunden, nehmen wir heute mal unsere Fahrräder. Der Fahrradweg schlängelt sich am Meer entlang, alle Bars und Restaurants haben geschlossen und wir sind schon etwas frustriert.















Als wir dann aber am Hafen um die Ecke biegen, sind wir plötzlich in einer anderen Welt. Hier gibt es Bars und Restaurants, zauberhafte, kleine Fischerboote liegen in der Bucht und über der Festungsmauer liegt eine schöne, alte Stadt. Eine Trattoria liegt in der Sonne. Die ältere Dame ist sehr nett und schnell hat sie einen Tisch für uns gedeckt. Es folgt ein Schälchen Wasser für die Fellnasen und dann geht unsere Bestellung auf den Weg. Alici sollen es sein und Oktopus mit Kartoffeln, danach Spaghettone mit Meeresfrüchten und Paccheri mit Krebsfleisch.
Alle Speisen sind frisch zubereitet und lecker, aber der Oktopus ist ein einziges Gedicht. Butterzart und so dass die Geste drehender Zeigefinger auf Wange mit passendem Gesichtsausdruck und Ausruf mal wieder am Dransten ist…zum Niederknien lecker…










Nach unserem Pranzo al Sole – wir hatten am längsten die Sonne – geht es ein wenig in die Altstadt, die Lust auf einen erneuten Besuch macht. Aber der Wetterbericht meint leider dass es damit morgen und die nächsten Tage nichts wird. Zwar schade, aber auch schön, dass wir der Sonne hinterherreisen können. Als wir unseren Stellplatz erreichen tauschen gerade Sonne und Mond die Stellung am Himmel. Magische Wolken zeigen sich am Horizont und schließlich taucht der Vollmond, während wir im Womo sitzen und Bilder sichten und Texte schreiben, das Meer in ein zauberhaftes Licht. Morgen wollen wir weiter in Richtung Norden…vielleicht mit einem Stopp an Europas größter Saline…schließlich haben wir auf dieser Reise immer noch keine Flamingos gesehen…
