29. Dezember 2025
Die Sonne lacht schon sehr früh durchs Fenster. Die Farben sind wundervoll und eigentlich ist es ja auch ganz schön hier. Aber gestern, am Sonntag, war abends alles geschlossen. Was soll dann heute am Montag passieren? So wollen wir weiterfahren…
Aber zuerst wollen wir mal einen Caffè und ein leckeres Cornetto in der Sonne genießen. Leider hat in der Nähe keine Bar geöffnet, so dass Ulli etwa 1,5 Km zum Cornetti holen läuft. Sie entscheidet sich für Frutti di Bosco, Pistacchio, Amarena und Chocolata. Beim Bezahlen packt die mürrische Bedienung dann ihr Englich aus und meint „Six“. Ulli reicht einen 50 Euroschein über den Tresen und erhält 43 Euro zurück. Bevor sie aber etwas anmerken möchte, schaut sie sich den Scontrino an und da stehen sie die 7 Euro oder Seven oder hätte sie vielleicht einfach nur ihr Muttersprache benutzt. Warum die junge, sehr unfreundliche Frau das nicht wollte, keine Ahnung. Den Cornetti schadet das auf jeden Fall nicht. Die sind einfach himmlisch, jedenfalls 2 davon. Die anderen beiden sind für unseren Beujahrssonnenaufgangskaffee irgendwo im Nirgendwo ohne Böller und Co…







Ulli, die gerne den Stellplatz bezahlen möchte, ruft beim Betreiber an und der sagt, er wäre in 10 Minuten da, aber sie brauche nichts zu bezahlen, sie wäre eingeladen. Klingt so unwahrscheinlich, dass wir die 15 Euro beim Einwurf in den Briefkasten fotografieren und dem Betreiber mit ein paar Dankesworte und die dazugehörigen Fotos schicken.
Umgehend kommt eine Nachricht zurück mit dem Wortlaut: „Das ist nicht mein Stellplatz“
Na toll, und jetzt? Ralf hatte Gott sei Dank das Platzschild mit der dazugehörigen Telefonnummer fotografiert und an diese schicken wird unsere anachricht erneut. Wenig später erhalten wir den Daumen hoch und ein Herzchen. Also alles im grünen Bereich.
Unser erster Stop soll ein Parkplatz an der Punta Prosciutto sein. Vorher jedoch passieren wir einen offenen, kleinen Alimentari. Und offene Läden sollte man hier nutzen, das jedenfalls haben wir gestern gelernt.






















Kurze Zeit später parken wir an einem Vogelschutzgebiet, an dem es Flamingos geben soll. Aber leider Fehlanzeige. Und so sind wir wenig später an unserem geplanten Parkplatz am Meer. Als Ulli aus dem Wohnmobil steigt, sieht sie den kleinen, blauen Vogel schon von Weitem. Oder ahnt sie nur, dass es einer sein könnte. Egal, er ist einfach nur wunderschön.
Neben diesem zeigt sich ein schöner Raubvogel, ein Rotschwanz, eine Seeschwalbe, ein Spatz und ein Wasservogel, dessen Bezeichnung wir gerade nicht wissen.


























Auf einer Bank an den kleinen in den Stein gehauenen Bootskanälen genießen wir ein lecker belegtes Panino und die warme Wintersonne. Wir bleiben hier bis etwa 2 Uhr, bevor wir unsere Fahrt in Richtung Süden fortsetzen. Ziel ist eigentlich der Camping Torre Sabea. Doch als wir uns diesem nähern, haben wir keine Lust mehr, dort anzuhalten. Am Platz vorher steht Wohnmobil an Wohnmobil. Wie mag es dann wohl nebenan aussehen. Jetzt um halb 4 so kurz vor Gallipoli doch wieder umdrehen und zu dem Platz von heute Mittag zurückfahren? Ulli fällt ein, dass es hier einen weiteren geöffneten Platz geben soll. Und tatsächlich, etwas versteckt, vorbei an einem Feld alter, abgestorbener Olivenbäume, gelangen wir zu diesem Platz. Hier parken lediglich 2 weitere Womos und der Inhaber Daniele ist gleich recht freundlich, hilft uns beim Einparken und meint dann so nebenbei: Wenn Ihr mögt, fahr ich Euch nach Gallipoli und hol Euch auch wieder ab.
30 Minuten später sind wir stadtfertig. Es dauert etwa 10 Minuten und wir gehen die Rampe zur Altstadt hinauf. Die Reste des Sonnneuntergangs sind traumhaft schön und man kann auf den hinteren Fußspitzenteil des Stiefels schauen.
















































Die Stadt ist sehr schön beleuchtet, es ist nicht sehr viel los, hier und da werden Böller oder besser kleinere Bomben gezündet, so dass wir vor diesem Teil der Altstadt unseren Fellnasen zu Liebe einen großen Bogen machen. Schließlich landen wir in einer kleinen Bar an der Stadtmauer. Es gibt einen Weißwein einer hiesigen Cantina. Fruchtig und leicht passt er perfekt zu den Bruschette, die wir uns dazu bestellen.
Von hier aus führt uns unser Weg mitten in die schöne Altstadt. Rund um die Kathedrale sind die Gassen zauberhaft beleuchtet. Hatten wir schon erwähnt, dass es heute Abend so richtig kalt ist? Das ist auch der Grund, warum unser Bummel durch die engen Gassen recht schnell einer Einkehr in eine um 7 Uhr öffnende Pizzeria weichen muss. Wir sind gegen alle italienischen Gepflogenheiten zwar die ersten hier und überpünktlich, aber lieber auffallen als sich erkälten.
Die vom Chef kreierten Pizzen lesen sich zwar etwas merkwürdig, sind aber außergewöhnlich gut oder besser gesagt phantastisch. Vielleicht mit die besten, die wir bisher gegessen haben.
Bereits um 20 nach 8 lassen wir uns von Daniele wieder am Treffpunkt abholen und sind kurz nach halb 9 wieder am Womo. Es ist sackfinster und so beschließen wir uns gleich unter unsere warme Decke zu kuscheln und von morgen zu träumen. Geht es weiter nach Süden? Mal schauen….