21. bis 23. Juli 2023
Unser Weg am Wochenende führt uns erneut zu unserem Tauchsee. Nachdem wir uns am Stau des ersten Ferienwochenendes in Hessen vorbei durch den Odenwald geschlängelt haben, erreichen wir gegen halb 9 den Parkplatz am See. Ein kurzer Blick in den See und die Hoffnung auf bessere Sicht als am vergangenen Wochenende werden schnell relativiert. Der See ist in seiner Färbung noch grüner geworden, was eher auf eine weitere Verschlechterung der Sichtweiten hindeutet.

Nach einer sehr ruhigen Nacht wird die Vermutung beim ersten Tauchgang leider bestätigt. Sie Sichtweite liegt bei 1,5 – 2 Metern, wozu Justin und Ralf eine neue Theorie entwickeln. Da man als Taucher in alle vier Richtungen und nach oben und unten ebenfalls diese Sichtweiten hat, herrschen insgesamt 9-10 Meter Sicht. So ganz typisches Taucherlatein eben…aber schon irgendwie nett.
Dass wir mit der Makrolinse ins Wasser steigen, ist bei den Bedingungen bestimmt jedem von Euch klar. Beim Besuch der Zander auf der Plattform – Ulli nennt den größeren der beiden schon fast liebevoll „Franky“ – hält dieser ganz still, so als wollte er abgelichtet werden. Sein Partner schwebt bei der ganzen Aktion oberhalb oder neben Ulli und beobachtet die Fotosession seiner besseren Hälfte.
Ob Franky und Partner genau hier auf der Plattform ihren Nachwuchs planen? Wir werden sehen.










Weiter geht es zu den Winzlingen im See. Die Garnelen sind immer noch da, zwar nicht mehr so zahlreich, aber nun schon deutlich länger als in den Jahren vorher. Ob das mit der schlechteren Sicht und dem wahrscheinlich dadurch resultierenden höheren Futterangebot zusammenhängt? Vielleicht sollte man hierzu mal einen Biologen fragen.
Es folgt ein Besuch bei einem der standorttreuen Krebse und unterwegs entstehen Fotos einiger Wasserpflanzen und Muscheln.
Am Nachmittag unternimmt Ulli noch einen Streifzug mit Ben in den See. Leider ohne Kamera, denn neben den bereits erwähnten Lebewesen zeigt sich sogar mal wieder der große Hecht. Danke lieber Ben für den schönen Tauchgang!


Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang widmen wir den folgenden Tag einem anderen Bewohner im See. Bei Familie Sonnenbarsch geht nun alles um die Brutpflege. Die Nester befinden sich jedenfalls „meistens“ an ruhigen Stellen im Flachwasser des Sees. Vorausgegangen ist in den letzten Wochen das Liebesspiel dieses Tiere, bei dem einer der Sonnenbarsche die Farbe auf schwarz-grau-weiß wechselt und die beiden Fische dann regelrecht umeinander herumtanzen. Welcher der beiden Fische den Part des Männchens bzw. des Weibchens übernimmt, wissen wir leider nicht.





Am Wochenende besuchen wir jedenfalls einige der Nester, die jetzt bei der Brutbewachung nur noch von einem Fisch „betreut“ werden. Und siehe da: wir finden noch glasig, weiße Eier, ebenso wie sandkorngroße schimmernde Augen in den Eiern sowie scheinbar bereits geschlümpfte, winzige Fischchen, bei denen bereits das dominante Auge als auch die für den Sonnenbarsch typischen Punkte zu erkennen sind. Diese Fotos entstehen mehr oder weniger im „Blindflug“, denn die Winzlinge sind erst durch die Vergrößerung sichtbar. Mit dem bloßen Auge ist diese Schönheit der Natur nur zu erahnen.



Klar kommen wir am Fotografieren des Farbtupfens des Sees nicht vorbei und so entsteht das ein oder andere Portrait bzw. einige Detailaufnahmen der Sonnenbarschmütter. Oder sind es vielleicht Väter?
So endet ein erneut spannendes Tauchwochenende. Zwar mit eher mäßigen Sichtweiten, dafür aber mit spannenden Eindrücken aus der Unterwasserwelt. Da ist man schon auf die nächste Begegnung mit Franky und den Sonnenbarschs gespannt!








